{"id":228,"date":"2020-06-15T18:34:28","date_gmt":"2020-06-15T17:34:28","guid":{"rendered":"http:\/\/igbce-penzberg.de\/?p=228"},"modified":"2020-06-15T18:34:28","modified_gmt":"2020-06-15T17:34:28","slug":"und-was-macht-man-so-als-vertrauensmann-frau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.igbce-penzberg.de\/?p=228","title":{"rendered":"Und was macht man so als Vertrauensmann\/frau?"},"content":{"rendered":"\n<p>Dazu hier mal eine kurze Beschreibung, was so im Laufe einer Amtszeit auf ein Mitglied des Vertrauensk\u00f6rpers zukommt.<\/p>\n\n\n\n<p><br>In der ersten (konstituierenden) Sitzung des Vertrauensk\u00f6rpers kommt es erstmal zur Wahl des Vorstandes (Vertrauensk\u00f6rpervorstand kurz VKV). Der besteht aus einer\/einem Vorsitzenden, dem \/ der stellvertretenden Vorsitzenden, Schriftf\u00fchrer\/-in, Bildungsobmann\/-frau und einem Kassierer\/-in. Au\u00dferdem werden noch die Revisoren gew\u00e4hlt, die nicht Mitglieder des Vorstandes sein d\u00fcrfen und den Kassierer\/-in bzw. die Kasse regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcfen (Kassierer haften mit Ihrem Privatverm\u00f6gen!). Der Kassierer und die Vorstandschaft werden dann in einer Versammlung entlastet.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Danach folgen einige Sitzungen, wo die neuen Vertrauensleute \u00fcber ihre Rechte und Pflichten aufgekl\u00e4rt und geschult werden. Man kommt mit Betriebsr\u00e4ten (die ja auch Vertrauensleute sind) ins Gespr\u00e4ch, diskutiert und lernt sich auf diese Weise kennen. Kurz: Man kn\u00fcpft Beziehungen!<\/p>\n\n\n\n<p><br>Das Jahr nach der Wahl ist in der Regel das Kongressjahr. In diesen Kongressen werden die F\u00fchrungsgremien der IG BCE in den Bezirken, dem Bundesland und dem Bund gew\u00e4hlt und die Politik der Gewerkschaft f\u00fcr die n\u00e4chsten vier Jahre festgelegt. Dazu werden vom Vertrauensk\u00f6rper Delegierte gew\u00e4hlt und zun\u00e4chst auf die Bezirksdelegiertenkonferenz entsandt. Ideen und Bekl\u00e4gnisse k\u00f6nnen als Antr\u00e4ge formuliert und \u00fcber die Delegierten auf dem Kongress eingebracht werden. Dort wird dann abgestimmt, ob er umgesetzt oder an die Landesdelegiertenkonferenz bzw. an den Bundeskongress weitergereicht wird.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Alle Jahre wieder folgt dann die n\u00e4chste Tarifrunde. Der Vorschlag des Hauptvorstandes \u00fcber die Forderungen der Gewerkschaft f\u00fcr die Verhandlungen wird den Vertrauensleuten vorgestellt. Die einzelnen Punkte werden dann diskutiert und aufgrund der Lage und Stimmung im Betrieb ge\u00e4ndert und erg\u00e4nzt. Abh\u00e4ngig vom Organisationsgrad der Belegschaft und der Gr\u00f6\u00dfe des Betriebes k\u00f6nnen vom Vertrauensk\u00f6rper auch Mitglieder in die Tarifkommission entsandt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Die n\u00e4chsten Betriebsratswahlen wollen auch vorbereitet sein. Die Vertrauensleute suchen nach Kandidaten und stellen die Liste der Kandidaten auf. Falls noch weitere Listen f\u00fcr die Betriebsratswahl eingereicht werden, kommt es zu einer Listenwahl. D.h. Die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb k\u00f6nnen nur eine Liste als Ganzes w\u00e4hlen. Abh\u00e4ngig von der Anzahl der Stimmen, die eine Liste bekommt, kommen die Kandidaten in der Reihenfolge auf der Liste in den Betriebsrat. Die Listenpl\u00e4tze m\u00fcssen daher von den Vertrauensleuten in einer Abstimmung festgelegt werden. Da die vorderen Listenpl\u00e4tze naturgem\u00e4\u00df diejenigen sind, die am wahrscheinlichsten in den Betriebsrat kommen, sind diese nat\u00fcrlich auch am begehrtesten.<\/p>\n\n\n\n<p><br>In der Vorbereitung der Betriebsratswahlen ben\u00f6tigen die Kandidatinnen und Kandidaten der IG BCE nat\u00fcrlich auch Unterst\u00fctzung. Informations- und Werbemittel wollen Verteilt, Aktionen organisiert werden. Bei der Wahl selbst werden selbstverst\u00e4ndlich auch Wahlvorstand und Wahlhelfer gesucht \u2013 auch da wird gerne auf die Vertrauensleute zur\u00fcckgegriffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die Wahl vor\u00fcber ist, wird es dann ja wohl etwas ruhiger, oder? Naja, das kommt darauf an.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Infomaterial verteilen und mit den Kollegen sprechen, ihre Meinungen und Sorgen kennen und ihnen bei Fragen und\/oder Problemen weiterhelfen &#8211; z.B. indem man sie mit Informationsmaterial versorgt und sie an entsprechende Ansprechpartner im Betriebsrat oder dem Bezirk weiterleitet. Zu den Grundkenntnissen in Sozial-, Renten- und Arbeitsrecht kommen also auch noch die Tarifvertr\u00e4ge und Betriebsvereinbarungen hinzu. Wenn man dann noch will, kann man sich f\u00fcr Seminare anmelden oder sich in den verschiedenen Gremien der IG BCE einbringen. Da kommt nicht wirklich Langeweile auf.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Aber mal ganz ehrlich: Einem Kollegen oder einer Kollegin weiter zu helfen, bei Tarifverhandlungen was zu sagen zu haben, die Richtung und Politik einer Gewerkschaft wie der IG BCE beeinflussen zu k\u00f6nnen und \u00fcberhaupt ein besseres Verst\u00e4ndnis der Zusammenh\u00e4nge zwischen Politik, Gewerkschaft, Arbeitgeber und Belegschaft zu bekommen \u2013 das hat schon was!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dazu hier mal eine kurze Beschreibung, was so im Laufe einer Amtszeit auf ein Mitglied des Vertrauensk\u00f6rpers zukommt. In der ersten (konstituierenden) Sitzung des Vertrauensk\u00f6rpers kommt es erstmal zur Wahl des Vorstandes (Vertrauensk\u00f6rpervorstand kurz VKV). Der besteht aus einer\/einem Vorsitzenden, dem \/ der stellvertretenden Vorsitzenden, Schriftf\u00fchrer\/-in, Bildungsobmann\/-frau und einem Kassierer\/-in. Au\u00dferdem werden noch die Revisoren gew\u00e4hlt, die nicht Mitglieder des Vorstandes sein d\u00fcrfen und den Kassierer\/-in bzw. die Kasse regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcfen (Kassierer haften mit Ihrem Privatverm\u00f6gen!). Der Kassierer und die Vorstandschaft werden dann in einer Versammlung entlastet. Danach folgen einige Sitzungen, wo die neuen Vertrauensleute \u00fcber ihre Rechte und Pflichten aufgekl\u00e4rt und geschult werden. Man kommt mit Betriebsr\u00e4ten (die ja auch Vertrauensleute sind) ins Gespr\u00e4ch, diskutiert und lernt sich auf diese Weise kennen. Kurz: Man kn\u00fcpft Beziehungen! Das Jahr nach der Wahl ist in der Regel das Kongressjahr. In diesen Kongressen werden die F\u00fchrungsgremien der IG BCE in den Bezirken, dem Bundesland und dem Bund gew\u00e4hlt und die Politik der Gewerkschaft f\u00fcr die n\u00e4chsten vier Jahre festgelegt. Dazu werden vom Vertrauensk\u00f6rper Delegierte gew\u00e4hlt und zun\u00e4chst auf die Bezirksdelegiertenkonferenz entsandt. Ideen und Bekl\u00e4gnisse k\u00f6nnen als Antr\u00e4ge formuliert und \u00fcber die Delegierten auf dem Kongress eingebracht werden. Dort wird dann abgestimmt, ob er umgesetzt oder an die Landesdelegiertenkonferenz bzw. an den Bundeskongress weitergereicht wird. Alle Jahre wieder folgt dann die n\u00e4chste Tarifrunde. Der Vorschlag des Hauptvorstandes \u00fcber die Forderungen der Gewerkschaft f\u00fcr die Verhandlungen wird den Vertrauensleuten vorgestellt. Die einzelnen Punkte werden dann diskutiert und aufgrund der Lage und Stimmung im Betrieb ge\u00e4ndert und erg\u00e4nzt. 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