{"id":250,"date":"2020-06-15T18:46:55","date_gmt":"2020-06-15T17:46:55","guid":{"rendered":"http:\/\/igbce-penzberg.de\/?p=250"},"modified":"2020-06-15T18:46:55","modified_gmt":"2020-06-15T17:46:55","slug":"woher-wissen-die-gewerkschaften-ueber-was-sie-verhandeln-sollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.igbce-penzberg.de\/?p=250","title":{"rendered":"Woher wissen die Gewerkschaften, \u00fcber was sie verhandeln sollen?"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Forderungen werden in mehreren Schritten erarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der einen Seite wird die Situation der betroffenen Unternehmen analysiert. Daf\u00fcr liefert unter anderem die&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hans B\u00f6ckler Stiftung<\/a> die Daten. Anhand dieser Daten und der aktuellen politischen Situation (z.B. Rentendiskussion) gibt der Hauptvorstand eine Empfehlung f\u00fcr die Tarifverhandlungen ab.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Betrieben stellen die Vertrauensleute und die Kolleginnen und Kollegen der Ortsgruppen den Mitgliedern \u2013 also EUCH \u2013 diesen Vorschlag vor und diskutieren ihn. Dieses Meinungsbild ist wichtig um Priorit\u00e4ten zu setzen und den Rahmen f\u00fcr die Verhandlungen abzustecken. Liegt der Schwerpunkt auf Lohnsteigerung oder Arbeitsplatzsicherung? Wie ist die Situation der Azubis? Was sind die harten Forderungen? Wo k\u00f6nnte man Abstriche in Kauf nehmen?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorschlag des Hauptvorstandes wird daraufhin in einer Versammlung des Vertrauensk\u00f6rpers (also den Vertrauensleuten) und den Ortgruppenvertretern diskutiert, evtl. erg\u00e4nzt und\/oder abgewandelt und verabschiedet. Diese Forderungen gehen dann wieder als Empfehlung an die Tarifkommission.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tarifkommission wiederum hat die Aufgabe, die unterschiedlichen Forderungen aus den Betrieben und Standorten zu bewerten und das Machbare unter Ber\u00fccksichtigung der Erwartungen der Mitglieder durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei muss man ber\u00fccksichtigen, dass \u00fcberh\u00f6hte Forderungen nicht automatisch hohe Abschl\u00fcsse zur Folge haben. Es gibt keine Formel wie \u201eWir fordern 8%, dann bekommen wir 4%\u201c). Das funktioniert nicht!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeitgeberseite von Anfang an mit \u00fcberzogenen Forderungen zu konfrontieren, f\u00fchrt nur dazu, dass die Gespr\u00e4che vorzeitig beendet werden. Es kommt dann zum Arbeitskampf (Streik) und Aussperrung. Das schadet den Arbeitnehmern \u2013 also uns \u2013 und dem Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch Situationen, wo man hart bleiben und f\u00fcr die Durchsetzung seiner Forderungen k\u00e4mpfen muss. Ist uns eine Forderung wirklich so wichtig, dass wir daf\u00fcr streiken w\u00fcrden? Steht die Belegschaft hinter uns? Wir haben nur das eine Mittel, Druck auf den Arbeitgeber auszu\u00fcben. Da ist Augenma\u00df gefragt!<\/p>\n\n\n\n<p>In der Vergangenheit sind wir gut damit gefahren. Trotzdem waren die Abschl\u00fcsse \u00fcberdurchschnittlich und Krisen hatten kaum Auswirkungen auf die Besch\u00e4ftigten hier am Standort.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Forderungen werden in mehreren Schritten erarbeitet. Auf der einen Seite wird die Situation der betroffenen Unternehmen analysiert. Daf\u00fcr liefert unter anderem die&nbsp;Hans B\u00f6ckler Stiftung die Daten. Anhand dieser Daten und der aktuellen politischen Situation (z.B. Rentendiskussion) gibt der Hauptvorstand eine Empfehlung f\u00fcr die Tarifverhandlungen ab. In den Betrieben stellen die Vertrauensleute und die Kolleginnen und Kollegen der Ortsgruppen den Mitgliedern \u2013 also EUCH \u2013 diesen Vorschlag vor und diskutieren ihn. Dieses Meinungsbild ist wichtig um Priorit\u00e4ten zu setzen und den Rahmen f\u00fcr die Verhandlungen abzustecken. Liegt der Schwerpunkt auf Lohnsteigerung oder Arbeitsplatzsicherung? Wie ist die Situation der Azubis? Was sind die harten Forderungen? Wo k\u00f6nnte man Abstriche in Kauf nehmen? Der Vorschlag des Hauptvorstandes wird daraufhin in einer Versammlung des Vertrauensk\u00f6rpers (also den Vertrauensleuten) und den Ortgruppenvertretern diskutiert, evtl. erg\u00e4nzt und\/oder abgewandelt und verabschiedet. Diese Forderungen gehen dann wieder als Empfehlung an die Tarifkommission. Die Tarifkommission wiederum hat die Aufgabe, die unterschiedlichen Forderungen aus den Betrieben und Standorten zu bewerten und das Machbare unter Ber\u00fccksichtigung der Erwartungen der Mitglieder durchzusetzen. Dabei muss man ber\u00fccksichtigen, dass \u00fcberh\u00f6hte Forderungen nicht automatisch hohe Abschl\u00fcsse zur Folge haben. Es gibt keine Formel wie \u201eWir fordern 8%, dann bekommen wir 4%\u201c). Das funktioniert nicht! Die Arbeitgeberseite von Anfang an mit \u00fcberzogenen Forderungen zu konfrontieren, f\u00fchrt nur dazu, dass die Gespr\u00e4che vorzeitig beendet werden. Es kommt dann zum Arbeitskampf (Streik) und Aussperrung. Das schadet den Arbeitnehmern \u2013 also uns \u2013 und dem Unternehmen. Nat\u00fcrlich gibt es auch Situationen, wo man hart bleiben und f\u00fcr die Durchsetzung seiner Forderungen k\u00e4mpfen muss. Ist uns eine Forderung wirklich so wichtig, dass wir daf\u00fcr streiken w\u00fcrden? Steht die Belegschaft hinter uns? Wir haben nur das eine Mittel, Druck auf den Arbeitgeber auszu\u00fcben. Da ist Augenma\u00df gefragt! In der Vergangenheit sind wir gut damit gefahren. 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